Lernt das Schlummerbär-Verlagsteam Nadine und Markus näher kennen!

Im Frühling 2020 entstand der Schlummerbär in der Fantasie von Markus und Nadine – zusammen mit der Idee, ein Kinderbuch-Projekt ins Leben zu rufen, in dem er die Hauptfigur sein sollte. Die beiden sind also nicht nur die Gründer des Verlag-Startups, sondern auch die Erfinder der Figur des Schlummerbären (auch wenn sie zu dem Zeitpunkt natürlich noch gar nicht ahnen konnnten, auf was für Abenteuer Lisa ihren Bären später schicken sollte und was für ein Aussehen Santiago ihm verleihen würde!).

Dass vom Entstehen der Projekt-Idee bis zum Erscheinen des ersten Buches nur ein halbes Jahr verging, liegt maßgeblich daran, dass das Verlagteam Nadine und Markus viel Arbeit und viel Herzblut in ihre Vision gesteckt haben.

Möglicherweise stellt ihr euch nun die Frage, wie man überhaupt auf solche Ideen kommt und wie man so ein Projekt überhaupt angeht!

Das und noch einiges mehr könnt ihr hier in unserm Interview mit Nadine und Markus erfahren.

Nadine und Markus, eigentlich kommt ihr ja als Ärztin und Wirtschaftsinformatiker beruflich aus einer ganz anderen Ecke. Wie kam es dazu, dass ihr nun Verleger der Schlummerbär-Bücher seid?

M & N: Im Lockdown in Neuseeland, um genau zu sein in Christchurch, haben wir mit Ideen gesponnen. In unserem Freundeskreis bekommen gerade viele Kinder und wir haben uns an unsere Kindheit zurückerinnert. Wir beide hatten viel Spaß dabei, nach Geschenkideen und vor allem Büchern zu suchen. Doch die perfekte Geschichte war nicht dabei.

Daher haben wir überlegt, was eine solche Geschichte an sich haben müsste. Die Idee vom Schlummerbär hat uns direkt Spaß gemacht. Wir haben dann Lisa angerufen und im Gespräch den Charakter weiterentwickelt. Und weil wir gute Ideen gerne schnell umsetzen, haben wir uns daran gemacht, auch den Schlummerbären in die Wirklichkeit zu bringen.

Die Idee, dass die Serie von einem Bären namens Schlummerbär und einer Maus namens Brie handeln solle, kam von euch. Wie seid ihr denn darauf gekommen?

M & N: Wir beide essen gerne und haben aufgrund des Lockdowns auch sehr lange geschlafen. Wir kamen uns also vor wie Schlummerbären, nur die Lila Farbe hat noch gefehlt. Daran arbeiten wir noch. Naja und da auch Schlummerbären Freunde brauchen, kam Brie ins Spiel.

N: Ich hatte als Kind ein Lieblingsbuch, das ich im Kindergarten auswendig konnte. Es handelte von einem Kind und einer Maus, die sich nachts treffen und gegenseitig erschrecken. Ich habe immer gedacht, wie nett es wäre, wenn Kind und Maus sich getroffen hätten und nicht weggelaufen wären. Der Schlummerbär stellt sich seiner Angst – das ist wirklicher Mut.

Als Verleger braucht ihr natürlich auch noch ein Team, das mit euch die Bücher erschafft. Erzählt doch mal, wie ihr eure Mitstreiter und Mitstreiterinnen gefunden habt!

M: Die Schlüsselelemente für ein Kinderbuch sind offensichtlich Illustrator und Autor. Da Lisa als meine Schwester Psychologin ist, ehrenamtlich mit Kindern arbeitet und großes Schreibtalent hat, haben wir sie direkt mit einbezogen. Gerade im Lockdown war es natürlich auch schön, mehr Zeit miteinander zu verbringen, wenn auch nur am Telefon.

M&N: Und da Bilder bei einem Kinderbuch essentiell sind, haben wir uns auch schnell daran gemacht, den perfekten Illustrator zu finden. In einem Wettbewerb hat uns Santiago gleich überzeugt!

Jonathan haben wir auch quasi dank Lockdown gefunden. Da er als Schauspieler im Lockdown mehr Zeit hatte, konnte er uns bzw. dem Schlummerbären und den Tieren seine Stimme leihen!

Mit Familienmitgliedern bei einem solchen Herzensprojekt zusammen zu arbeiten ist vor allem in der Corona-Zeit richtig schön. Daher freuen wir uns riesig, dass auch Nadines Mutter in der Verlagsorganisation und -kommunikation und Markus‘ und Lisas Vater als Webseitenbetreuer mit dabei sind. Es ist also ein richtiges Familien Projekt.

Ein bisschen ist der Schlummerbär auch ein Geschwister-Projekt. Auch in den Geschichten spielen Geschwister eine große Rolle. Also erzählt mal: Was bedeuten Geschwister für euch?

N:Ich war 13 Jahre Einzelkind und kann daher ganz gut mit und ohne vergleichen. Meine Schwester ist jetzt 15 und ein ganz besonderer Mensch für mich! Ich würde sie als Geschwisterkind immer dem Einzelkind-Dasein vorziehen! Auch wenn ich angeblich mit 3 Jahren gesagt habe, ich bräuchte keine Geschwister, da wir ja drei Computer hätten…

Aufgrund des Altersunterschieds sehen wir uns einerseits weniger, was ich schade finde. Aber andererseits können wir dadurch jetzt schon viele Sachen machen, die sonst nicht möglich gewesen wären, wie alleine in den Urlaub fahren, und das macht riesigen Spaß! Ich genieße es, dass ich ihr ganzes Leben bewusst miterleben konnte, vom ersten Lebensjahr an!

M:Ich habe es häufig als Koalition gegen die Eltern empfunden. Nicht, dass wir im Streit mit unseren Eltern waren, sondern, dass wir wie Partner zusammengehalten und auch mal gemeinsam die Grenzen ausgetestet haben. Und natürlich ein Spielpartner, der immer da ist. Das weiß man in der Kindheit und jetzt eher zu schätzen als in der Pubertät… Ich bin auf jeden Fall sehr froh „meine“ kleine Schwester zu haben.

Das vierte Buch heißt ja „Der Schlummerbär und der Geschwister-Streit“. Gab es bei euch in der Kindheit auch Geschwister-Streit?

M (lacht): Ich kann mich nicht an einen Streit erinnern… Nein, natürlich haben wir gestritten. Wir waren ja nur zwei Jahre auseinander. Aber wir haben auch immer viel Spaß zusammen gehabt, oder Lisa? Mit einer kleinen Schwester kann man auf jeden Fall viel Blödsinn machen und sie zu Streichen anstiften. Wie zum Beispiel die Wand anzumalen. Ich erinnere mich noch daran, dass Lisa als kleine Schwester, als wir noch sehr klein waren, ab und an neidisch war, weil ich als älterer Bruder Dinge natürlich schon besser oder schneller konnte oder durfte als sie. Das hat sich jetzt wohl eher umgekehrt, Frau Dr. 😉

Nadine: Wir streiten uns tatsächlich wenig. Das liegt, glaube ic,h am Altersunterschied. Als sie sehr klein war, habe ich ja eher auf sie aufgepasst und mit ihr gespielt ohne, dass ich sauer geworden wäre, wenn sie mir Lego-Steine wegnimmt. Mittlerweile sind wir eher wie beste Freundinnen. Mit denen streitet man sich auch manchmal, aber eher seltener und anders als mit Geschwistern in der Kindheit.

Nadine, deine Schwester ist einige Jahre jünger als du, sodass du ihr oft vorgelesen hast. Was hast du daraus mitgenommen, das deine Arbeit im Schlummerbär-Projekt beeinflusst?

Da ich selber gerne lese, habe ich natürlich auch gern vorgelesen. Verschiedene Stimmen lesen und dann gemeinsam lachen und in Bildern suchen macht einfach Spaß. Da habe ich aber auch gelernt -die besten Kinderbücher sind meiner Meinung nach die, die sowohl den Kindern als auch den Erwachsenen Spaß machen. 😊 Geschichten, die gute Laune machen und nicht von oben herab sind, die aber doch Werte vermitteln, die man teilt. Die auf der einen Ebene witzig für die Kinder und vielleicht noch auf einer anderen Ebene witzig für die Eltern sind. Das ist es auch, was ich an den Schlummerbär-Büchern so schön finde.

Und was für eine Rolle haben Bücher und Geschichten ganz allgemein in eurer Kindheit gespielt?

Nadine: Ich war immer eine Leseratte. Schon in der Grundschule habe ich statt Süßigkeiten immer Bücher geschenkt bekommen. Noch während die Schenkenden da waren, habe ich das Buch meistens in mein Zimmer genommen und kam wieder raus, wenn ich es fertig gelesen hatte. Meine Oma ist beinahe verzweifelt, weil ich das mitgebrachte Buch meistens schon durchgelesen hatte, bevor sie wieder gegangen ist.

Markus: Ich erinnere mich vor allem an die Geschichten, die unser Vater uns erzählt hat. Von Katzenpiraten bis zu Rehgeschichten. Ich habe sogar Katzenwelten gemalt und ganze Städte entworfen.

Habt ihr eine Lieblings-Figur in der Schlummerbär-Serie?

N: Der Schlummerbär und der Igel.

M: Die Schnecke. Aber eigentlich hoffe ich, dass es bald eine Katze gibt. Denn mein Lieblingstier ist eigentlich die Katze. Erzählt aber Brie nichts davon.

Der Schlummerbär-Verlag ist ja noch nicht mal ein Jahr alt. Verratet uns zum Abschluss, was euer Traum für euren Verlag ist!

M: Ein heimlicher Traum sind Schlummerbär Aufsteller in Buchläden, die aussehen wie das Schlummerbär Baumhaus. Inklusive Beleuchtung und Hängematte, in die die Kinder sich reinlegen können.

M&N: Und wir würden uns natürlich freuen, wenn der Schlummerbär vielen Kindern und Eltern Freude bereitet, ob als Buch, Hörbuch oder vielleicht sogar irgendwann als Film. Wir fänden es auch schön in einer interaktiven App den Schlummerbären in Mitmachgeschichten zu integrieren. Aber das ist eine neue Idee…