Jonathan, du bist der Sprecher der Schlummerbär-Hörbücher. Deine Stimme ist nun untrennbar mit dem Schlummerbär verbunden! Aber wie bist du eigentlich zum Schlummerbär-Team gestoßen?

Das war wirklich ein bisschen abenteuerlich… Ich habe im Internet einen Ausschrieb gesehen, dass für das erste Schlummerbär-Buch ein Sprecher gesucht wird. Jetzt war dieser Ausschrieb aber schon etwas älter und nachdem ich dort eine Hörprobe hinterlassen habe, kam erstmal keine Antwort. Ich hab mir insgeheim gedacht, dass vielleicht nach so langer Zeit auch einfach keiner mehr nachschaut. Aber das Buch gefiel mir so gut und ich wollte wirklich unbedingt den Schlummerbär sprechen. Also habe ich überall nach der Autorin, Lisa Rothenhöfer, gesucht. Als ich sie schließlich in einem Sozialen Netzwerk gefunden habe, habe ich ihr gleich gebeichtet, wie gerne ich der Schlummerbär wäre. Und so kam es dann schließlich auch dazu.

Du warst nicht schon immer Hörbuch-Sprecher. Erzähl doch mal, was du vorher gemacht hast.

Bevor ich dazu kam Hörbuch zu sprechen, habe ich hauptberuflich als Schauspieler und Regisseur gearbeitet. Hauptsächlich im Bereich Comedy und Musical, weil es mir am meisten Freude macht, ein bisschen verrückte Geschichten zu erzählen.

Wie alt warst du, als du wusstest, dass du Schauspieler werden wolltest? Und wie bist du dann schließlich tatsächlich dazu geworden?

Im Grunde habe ich schon immer Theater gespielt und neben der Schule Filme gedreht. Aber beruflich wollte ich das eigentlich gar nicht machen. Ich wollte immer Lehrer werden. Klingt schlimm, war aber so. Während dem Lehramtsstudium habe ich aber weiter viel Theater gespielt und dann wurde ich quasi entdeckt. Ein professionelles Theaterensemble hat mich gefragt, ob ich bei ihnen mitspielen möchte. Irgendwann hat das aber soviel Zeit gefordert, dass ich mich zwischen Studium und Theater entscheiden musste. Schließlich habe ich mich für die Bühne entschieden.

Etwas später habe ich dann noch eine Schauspiel-Ausbildung gemacht, um wenigstens ein Diplom zu haben. Aber soll ich dir was sagen, ich unterrichte immer noch sehr gerne. Und weil ich halt nicht viel anderes kann, unterrichte ich jetzt eben Schauspiel.

Worin unterscheidet sich die Arbeit als Hörbuch-Sprecher für Kinderbücher von deinen früheren Jobs? Und was ist ähnlich?

Deutlich weniger Lampenfieber! Und ich finde es auch toll, dass ich alle Rollen sprechen kann. Ein bisschen schade ist es, dass ich nicht dabei sein kann, wenn die Hörbücher gehört werden. Dafür lese ich die Bücher dann meinen Kindern vor.

Anders als das Verlags-Team Markus und Nadine, Autorin Lisa und Illustrator Santiago hast du eigene Kinder. Du bist also sozusagen der Experte des Teams! Wie beeinflusst das deine Arbeit?

Dadurch, dass ich meinen Kindern jeden Abend und oft auch tagsüber vorlesen darf, bekomme ich ziemlich direkt mit, wie der Schlummerbär die beiden fesselt. Kinder identifizieren sich oft mit den Figuren und mein Sohn war sofort der Schlummerbär und meine Tochter wollte Brie sein. Da war mir noch gar nicht klar, dass Brie ein Mädchen ist.

Wie finden deine Kinder den Schlummerbären und die Tatsache, dass ihr Papa der Sprecher der Hörbücher ist?

Dazu könnte ich sehr viele Geschichten erzählen. Ich glaube die beiden finden es ganz toll. Für meine Kinder bin ich der Geschichtenerzähler und das finde ich ganz gut. Für mich ist meine Frau der Geschichtenerzähler und das finde ich auch ganz gut.

Hast du irgendwelche Gemeinsamkeiten mit dem Schlummerbären oder den anderen Tieren aus dem Schlummerwald? Wenn ja, was?

In letzter Zeit – vor allem seit ich Kinder habe – liebe ich den Schlaf mindestens genau so sehr wie der Schlummerbär. So schlau wie Brie bin ich leider nicht… Und ganz sicher bin ich ein bisschen wie die Reh- und Hasenkinder. Ich liebe es zu spielen. Au ja!

Gibt es irgendein bestimmtes Abenteuer, das der Schlummerbär noch unbedingt noch erleben sollte? Was denkst du und was denken deine Kinder?

Ich liebe es, wenn Geschichten in einem sich bewegenden Gefährt stattfinden, z.B. in einem Zug, auf einem Schiff oder einem fliegenden Teppich. Wenn es gleichzeitig behaglich ist und sich dennoch bewegt. Vielleicht sollten der Schlummerbär und Brie mal eine Schiffsfahrt machen oder das Baumhaus wird von einem Schwarm Vögel an einen anderen Platz gebracht. Das fände ich toll!

Meine Kinder würden es momentan lieben, wenn Pferde oder Polizisten eine Rolle spielen würden. Ich weiß aber nicht, ob das zum Schlummerbär passt. Aber Lisa traue ich alles zu! 😉